Kurznachrichten aus Utah, 30.Mai
Die Wandersaison geht langsam zu Ende. Die Temperaturen steigen und die Wanderer werden weniger.
In den letzten fünf Wandertagen ist mir nur gerade ein AZT Wanderer begegnet: Cheez- It. Der ist- laut eigenen Aussagen- seit Wochen ohne Geld und Essen unterwegs, sieht aber wohlgenährt aus. Schmutzig ist er allerdings. Er hat Unterstützung sehr selektiv angenommen, Kleiderwaschen hat nicht dazugehört. Er ist bis Utah gelaufen, umgekehrt und ist auf dem Weg zur Post am North Rim des GC, um seine Bankkarte abzuholen. Eine undurchsichtige, endlose Geschichte.
Ich bin am folgenden Tag am Ziel angelangt, am nördlichen Ende des Arizona Trails. Ich bin etwas mehr als die Hälfte, ca. 720 Kilometer des 1200 km langen Weges gewandert. Damit geht auch der " Familienanschluss", die Zugehörigkeit zu den AZTlern und deren Privilegien zu Ende. In den USA werden die bekanntesten Weitwanderwege von vielen Freiwilligen unterstützt: da werden Mitfahrgelegenheiten angeboten, Trinkwasser in trockenen Gegenden deponiert usw.usf. Dass die Wandernden mehr oder weniger gepflegt wirken, wird toleriert. Es scheint die Leistung zu beweisen und den Status der Weitwandernden zu festigen. Dieses Erscheinungsbild kann - zurück in der Zivilisation- die gegenteilige Wirkung haben.
Von wegen Privilegien: die zweite Person war SuZan. Sie führte ihren Hund spazieren und möchte irgendwann den AZT laufen. Bis dahin sucht sie den Kontakt zu den Wandernden und hat mich nach Flagstaff eingeladen.
Das einfache Wanderleben ist noch nicht zu Ende. Ich habe noch einen zusätzlichenWandertag angehängt. Ich werde den längsten Slot Canyon durchwandern: die Buckskin Gulch.
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