Pine, Arizona
Die Begegnungen mit Thru Hiker und Ausflügern häufen sich. Die Weitwanderer sind am schnellen Schritt, dem leichten Rucksack, über den Kopf gezogenen Kapuzenpullover ( Sonnenschutz) und Geruch leicht erkennbar. Die Ausflügler sind mit schwererem Gepäck und langsamer unterwegs, umweht von einem frischen Seifengeruch.
Mein Rucksack wird täglich leichter: Pine rückt näher. Und damit die Bequemlichkeiten der Zivilisation: Wäsche waschen, Badezimmer, Internet und: essen gehen. "I Will" war am Boden zerstört, als er vernahm, dass DAS Frühstückslokal am Tag seiner Ankunft geschlossen ist. Essen ist ein grosses Thema auf den Weitwanderwegen und via sozialen Medien verbreiten sich Empfehlungen schnell.
Es werden verschiedene Strategien angewendet, um das zunehmende Kaloriendefizit auszugleichen. "Cheez it", 68, spindeldürr, schwört auf Chips. Er bröselt diese auf ein Minimum herunter: leicht im Gewicht und sättigend sei das. " Posh" " guet im Fuetter" kauft alles Ungesunde, was sie sich sonst versagt, ein und isst dann bei jeder Gelegenheit, um den Rucksack er-träglich zu machen. "Zack", drahtig, verlässt Pine mit einem 25kg Rucksack. Er gehört zu jenen Jungs, die zwischen 35- 45 km täglich laufen, der kann gar nicht genug Kalorien zu sich nehmen. Ich hab's relativ einfach: ich kaufe Instantsuppen,- nudeln etc. Nüsse, Müesli und Kaffee. Wandernd unterwegs bin ich soz. suchtfrei und zehre von den Reserven. Dazu sind sie ja schliesslich da.
Pine, am Fusse des Mogollon Rim, ist ein kleiner sympathischer Ort, der sich auf die Durchwanderer eingestellt hat. Am Tag vor der Ankunft hat mich " Push" angesprochen, eine 53 jährige Amerikanerin, welche stets irgendwo auf Wanderwegen oder sonstwie unterwegs ist. Sie möchte mit mir ein Zimmer in Pine teilen. Trotz meiner verhaltenen Begeisterung, hatte das schliesslich seine positiven Seiten. Im einzigen Guesthouse war nur noch eine Suite frei, die zu teilen ganz angenehm gewesen ist.
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